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Die klassischen Obstbaumwiesen sind durch die Laubholzmistel bedroht 30.10.2017

Unsere von den Altvorderen übernommenen, die Landschaft prägenden Obstbaumwiesen sind nicht nur durch die mangelnde Pflege oder das veränderte Klima bedroht, einen deutlichen Beitrag zum Absterben von Obstbäumen ist auch durch den zunehmenden Mistelbefall zu erwarten. 

Die immergrüne Laubholzmistel als Schmarotzer blüht und fruchtet nach sechs bis sieben Jahren und kann bis zu 70 Jahre alt werden. Sie ist nicht besonders geschützt und fühlt sich auf Obstbäumen besonders wohl. Sie ist Nahrung für verschiedene Vogelarten, die die Pollen der Mistel übertragen. In der Naturheilkunde wird die Mistel verwendet, im Altertum wurde ihr mystische Bedeutung zuerkannt.

Weshalb verstärkt sich bei uns der Mistelbefall: Durch die steigenden Jahrestemperaturen wird das Anwachsen von Mistelkeimlingen gefördert, Zugvögel verbleiben länger in unseren Breiten und sorgen für einen stärkeren Befall vor allem an durch Trockenstress, Hitze und lichtes Laub geschwächten Bäumen aber auch im Zusammenhang mit einer nachlassenden Pflegeintensität der Obstbäume.  Die wasserzehrenden Misteln verstärken den Trockenstress, der hohe Infektionsdruck durch aufgegebene Bestände aber auch die abnehmende Vitalität tragen zu der Mistelplage bei.

Die Misteln, wenn sie noch nicht intensiv in den Bäumen verwachsen haben, können ausgebrochen werden, die stärker befallenden Astpartien müssen weit ins gesunde Holz hinein abgesägt und vernichtet werden, wenn ein Kerbschnitt nicht mehr ausreicht. Die Bekämpfung kann bis zum vollständigen Beseitigen des Baumes führen.

Nicht nur im Kirbachtal bei Ochsenbach, wo derzeit eine konzertierte Aktion verschiedener Vereine und Interessengruppen gegen die dramatische Zunahme der Laubholzmistel vorgeht, muss etwas unternommen werden. Zwischenzeitlich wird auch auf Neckarremser Gemarkung die Streuobstmistel zunehmend wahrgenommen. Wichtig ist dabei, sie rechtzeitig zu bekämpfen. Auch hier ist es so, dass an einigen Obstbäumen das Ausschneiden von Bäumen keinen Erfolg mehr verspricht, in extremen Fälle ist eine Rodung und Neupflanzung sinnvoller. Wichtig ist auch hier in einem ersten Schritt die Mistelsamen zu entfernen, die Seitenwurzeln konsequent zu beseitigen und vor allem die Baumbestände regelmäßig zu kontrollieren und zu pflegen.

 

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