Background Image
  • Home
  • StoP
  • Initiative für Streuobstwiesen gestartet 20.07.2017

Initiative für Streuobstwiesen gestartet 20.07.2017

Fabian Köstlin hat den Worten Taten folgen lassen: Im April hatte der Fachwart und Obstbaumpfleger im OGV Kleinsachsenheim in der BZ eine Initiative für Streuobstwiesen angekündigt. Die hat sich nun zum ersten Mal getroffen. Mit dabei waren Vertreter von Obst- und Gartenbau-, Weinbau- und Albvereinen, dem Nabu und weitere Interessierte.

Der Hauptfeind ist klar benannt: Die Laubholz-Mistel, die sich im Kirbachtal rasant ausbreitet. „Da die befallenen Bäume massiv unter den Schmarotzern leiden, sind die Tage dieser Bäume gezählt“, sagt Fabian Köstlin. Er befürchtet: „Mit den einzelnen Bäumen sterben auch unsere landschaftsprägenden Streuobstbestände aus, da Nachpflanzungen in der Regel unterbleiben. Es geht ein einzigartiger und ökologisch wertvoller Lebensraum unwiederbringlich verloren.“

Um zu retten, was noch zu retten ist, wollen er und die anderen Ehrenamtlichen in diesem Herbst eine erste Kampagne gegen die Misteln in Streuobstbeständen und für die Wertschätzung und Pflege der Kulturlandschaft durchführen. Ideen gibt es viele, wie das erste Treffen der Zweckgemeinschaft gezeigt hat.

Mehr Hilfe für Wiesenbesitzer

Eine wesentliche Aktivität soll die Unterstützung der Wiesenbesitzer sein. „Es gibt einen Grund, warum jemand seine Wiesen verkommen lässt. Entweder er ist zu alt, der technische Aufwand ist zu hoch oder er wird vom Landratsamt ausgebremst“, meint Fabian Köstlin. Denn das Landratsamt veranstalte einerseits große Aktionen, um Wiesen wieder zurückzuputzen, andererseits verhindere es oft, wenn jemand auf seinem Stück einen Schuppen bauen will. „So kann man keine Streuobstwiese bewirtschaften“, klagt der Initiator.

Das Landratsamt verweist auf BZ-Nachfrage darauf, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb vorhanden sein muss. Und dass nach Landesbauordnung oft eine landschaftsschutzrechtliche Erlaubnis eingeholt werden muss. Dieses und vergangenes Jahr sei in Sachsenheim weder eine förmliche Ablehnung noch eine Erlaubnis für einen Schuppen erfolgt. Allerdings würden Anträge oft nach Vorgesprächen zurückgezogen.

Die Initiative will mehr Hilfe, zum Beispiel in Form von Schnittkursen, anbieten. Aber auch Anreize schaffen, dass die Pflege der Bäume und Wiesen wieder attraktiver wird. Ähnlich beispielsweise wie in Vaihingen, wo es mittlerweile ein Nabu-Schorle gibt. „Das garantiert den Obstbauern einen Abnahmepreis“, erklärt der Sachsenheimer, „das ist zumindest ein Signal, dass die Streuobstäpfel etwas wert sind.“ Auch die Arbeit mit Schulen und Kindergärten strebt die Zweckgemeinschaft an. Es sollen Aktionen stattfinden. Positiver Nebeneffekt für die Vereine könnte eine Verjüngungskur sein.

Immer fest integriert sollen die Vereine sein, die sich der Initiative angeschlossen haben. Das, so Köstlin, sei die große Stärke der Zweckgemeinschaft. „Dadurch, dass wir so breit aufgestellt sind, haben wir durchaus die Möglichkeit, vielfältige Angebote zu kreieren“, verspricht Fabian Köstlin. So könnten beispielsweise Wanderungen der Albvereine durch Nabu-Vorträge ergänzt werden.

Doch die Zweckgemeinschaft soll nicht nur durch ihre Taten einen Beitrag leisten, sondern auch wichtige Rollen als Multiplikator übernehmen. „Ich sehe die Chance, dass das Thema über die Vereine an die Leute herangetragen wird. Im besten Fall sagen dann Leute zu ihren Nachbarn: ‚Sag mal, warum lässt du dein Stück so verkommen’“, hofft auch der Initiator. Fabian Köstlin wünscht sich indes weitere Mitstreiter: „Wer sich berufen fühlt, sich in irgendeiner Weise einzubringen, kann das gerne tun“, sagt er.

Info Bereits voraussichtlich Ende Juli trifft sich die Streuobst-Initiative erneut. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Wer teilnehmen möchte, kann sich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden.

 

 

 

Drucken E-Mail

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.