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    Ein Leben voller Herzlichkeit und Tatkraft: Abschied von Sibylle Jauß

    In stillem Gedenken an Sibylle Jauß

    Mit tiefer Betroffenheit, aber auch voller Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit, nehmen wir Abschied von unserer Beirätin Sibylle Jauß, die am 18. Februar 2026 im Alter von 72 Jahren völlig unerwartet verstorben ist.

    Wer an Sibylle denkt, denkt an ein Lächeln, das ansteckte, und an eine Hilfsbereitschaft, die keine Grenzen kannte. Über Jahrzehnte hinweg war sie eine tragende Säule in unserer Gemeinschaft – 24 Jahre im OGV Kleinsachsenheim (heute OGV Sachsenheim) und seit 1996 ohne Unterbrechung im Beirat unseres Kreisverbandes.

    Ein Herz für das Ehrenamt und für Menschen

    Sibylle war keine Frau der leisen Worte, sondern der Taten. Seit 1989, also 37 Jahre, war sie Mitglied im OGV Kleinsachsenheim, ob als Vorsitzende über einen Zeitraum von 21 Jahren, als Mitbegründerin des Streuobst-Projekts (StoP), Preisgericht beim Blumenschmuck-Wettbewerb, als Beirätin im OGV und Kreisverband, die Organisation und Begleitung vieler Veranstaltungen oder einfach nur als kreativer Kopf hinter den hunderten kleinen Präsenten für unsere Jubilare: Sie war sich für keine Aufgabe zu schade!

    Besonders bezeichnend war ihre herzliche Art, mit der sie jeden „Neuen“ in unseren Reihen aufnahm. Wer zu uns stieß, wurde von ihr nicht nur fachlich, sondern vor allem menschlich willkommen geheißen. Diese Wärme strahlte sie oft gemeinsam mit ihrem Mann aus – beide als ein Team, das mit Fröhlichkeit und zupackender Art voranging und anderen stets zur Seite stand.

    Eine Würdigung, die bleibt

    Eigentlich wollten wir Sibylle im April nach über 30 Jahren im Beirat gebührend verabschieden und sie für ihr außergewöhnliches Engagement mit dem „Goldenen Apfel mit Goldkranz“ ehren. Dass wir diese Auszeichnung nun nicht mehr persönlich überreichen können, erfüllt uns mit Wehmut. Doch die größte Ehrung ist das Andenken, das sie in unseren Herzen hinterlässt.

    Liebe Sibylle, wir danken dir für die unzähligen schönen Stunden, dein offenes Ohr und deine unermüdliche Energie. Du hast unseren Verband nicht nur verwaltet, sondern belebt.

    Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrem Mann, ihrer Familie und allen, die ihr nahestanden. Wir wünschen ihnen viel Kraft und hoffen, dass die Erinnerung an Sibylles lebenslustige Art ein Trost in dieser schweren Zeit ist.

    Im Namen des Vorstands, des Beirats und aller Mitglieder Kreisverband für Obstbau, Garten und Landschaft Ludwigsburg e.V.

     

    Das Streuobstprojekt zieht weite Kreise 25.10.2019

    Eine Birne als Betäubungsmittel? „Wenn sie da in ein paar Mal reinbeißen, brauchen Sie beim Zahnarzt keine Spritze mehr“, verspricht Pomologe Matthias Braun mit einem Schmunzeln. Er ist einer von vielen hochkarätigen Gästen, die am vergangenen Freitag den Weg nach Ochsenbach finden. Grund für die betäubende Wirkung ist der hohe Anteil an Gerbstoffen in der Bratbirne. Grund für das Ensemble an Experten ist die Einladung des Sachsenheimer Streuobstprojekts. Dieses, abgekürzt „StoP“, gibt bei seinem Vorhaben, die heimische Kulturlandschaft zu erhalten und attraktiv zu gestalten, Gas.

    Wenn der Erste Landesbeamte Jürgen Vogt nach Ochsenbach kommt, dann ist mal wieder was los. Dieses Mal ist aber nicht der Verkehrsstreit in der Dorfstraße der Grund für seinen Besuch. Gekommen ist er wie 70 weitere Gäste in die Obstbrennerei Seibert, um sich über die Sortenvielfalt in der heimischen Streuobstlandschaft zu informieren. Und das nicht in seiner offiziellen Funktion, sondern ganz privater Natur, wie die „StoP“-Initiatoren nicht ohne Stolz berichten. Denn Vogt hat selbst Streuobstbäume.

    Neben Obstbaukundler Braun zeigt an diesem Abend Bernhard Fehrentz aus Ispringen rund 80 verschiedene Obstsorten. Seine verschiedenen Cidre aus Äpfeln und Birnen präsentiert Urs Renninger aus Ditzingen. Das Ensemble aus Fachleuten zeigt: Das „StoP“ zieht mittlerweile große Kreise. Für die Verantwortlichen des Projekts geht es an diesem Abend vor allem darum, über die kostenlose Ausgabe von Hochstamm-Obstbäumen alter Obstorten am 23. November (siehe Infobox) zu informieren.

    Das Interesse daran sei deutlich höher als im Vorjahr, berichtet Thomas Wörner vom „StoP“: „Da waren es es nur ein paar Leute, jetzt sind es schon deutlich mehr. Ich denke, die Klimadiskussion macht auch was aus.“ Im Gegensatz zu den besonderen alten Äpfeln und Birnen, die Braun vorstellte, sind die Sorten der bis zu 220
    geförderten Bäume essbar und müssen nicht zu Most verarbeitet werden. „Das Ziel ist, dass wir die Leute dazu animieren, ihre Streuobstwiesen weiter zu pflegen“, betont Wörner.

    Dafür hat das „StoP“ unter der Regie des Obst- und Gartenbauvereins Kleinsachsenheim schon viele Aktionen ins Leben gerufen: Neben Jungbäume schneiden, Vorträge sowie den Pflanz- und Pflegeaktionen steht die Mistelbekämpfung im Vordergrund. Städtische Bäume wurden ebenfalls geschnitten. Im Frühjahr wird es wieder eine Pflegeaktion durch Fachleute geben, die alte Bäume vitalisieren. Auch hierfür können sich Privatleute an das Streuobstprojekt wenden. 15 Euro kostet die Pflege. Der Rest der insgesamt 80 bis 100 Euro Kosten kommt aus dem von der Kreissparkasse geförderten „StoP“. 5000 Euro stehen dieses und nächstes Jahr noch zur Verfügung. „Dann müssen wir schauen, wie es weitergeht“, so Wörner.

    „Die alten Sorten sind Kulturgeschichte. Die sollte man erhalten“, richtet Referent Braun seinen Rat an Kommunen und Politik, „nicht unbedingt durch große Maßnahmen etwas bewegen zu wollen“. Sondern: „Wenn kleine Gruppen sich zusammentun und etwas machen wollen, sollte man das fördern.“ Als Beispiele nennt er Destillate, Essig oder Balsamico aus Streuobst. Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich lauscht aufmerksam.

     

    Pflanzaktion für Sachsenheims Bürger

    Unter der Regie des „StoP“ und gesponsert von der Kreissparkasse können am 23. November, voraussichtlich in Groß- und Kleinsachsenheim, alle Sachsenheimer junge Hochstamm-Obstbäume alter Obstorten abholen. Grundsätzlich kann jeder so viele Bäume wie gewünscht bekommen. Sind die 220 gesponserten Bäume aufgebraucht, kostet jeder weitere 20 Euro. Eine Sortenliste mit der Auswahl an Bäumen gibt es bei Thomas Wörner, Adolfstraße 3, Kleinsachsenheim, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Telefon (07147) 59 38. Die Vorbestellung muss bis 9. November erfolgen.

     

    Baumschnittförderung Baden-Württemberg

    Das Land Baden-Württemberg hat die Förderperiode für die Baumschnittförderung eröffnet. Die neue Förderperiode umfasst die Jahre 2026 bis 2028, wobei die Antragstellung ab sofort möglich ist. Sammelanträge können Sie bis 15. Juni 2026 beim zuständigen Regierungspräsidium stellen.

    Nähere Informationen finden Sie hier: https://foerderung.landwirtschaft-bw.de/,Lde/Startseite/Foerderwegweiser/Foerderung+Baumschnitt_Streuobst

    Antragsunterlagen und Ansprechpersonen finden Sie hier: https://rp.baden-wuerttemberg.de/themen/wirtschaft/foerderungen/seiten/streuobst

    Laut MLR wird als ein zentraler Punkt der Streuobstkonzeption 2030 die Baumschnittförderung fortgesetzt, um die Pflege und Erhaltung von Streuobstwiesen weiterhin zu unterstützen. 

    Das Förderprogramm wurde vereinfacht und die Förderperiode auf drei Jahre verkürzt, um künftig einen flexibleren Einstieg für Neulinge zu ermöglichen. Vorbehaltlich des Inkrafttretens der zugehörigen Verwaltungsvorschrift und deren EU-rechtlicher Notifizierung kann innerhalb der dreijährigen Laufzeit pro Baum ein Baumschnitt zu 18 Euro gefördert werden. Die Förderung umfasst sowohl den regelmäßigen Pflegeschnitt als auch den Erziehungsschnitt junger Bäume ab dem dritten Standjahr.

    Zur Pressemitteilung des MLR: https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unser-service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/pressemitteilung/pid/baden-wuerttemberg-fuehrt-baumschnittfoerderung-fort

     

     

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